Das kommende finanzielle Inferno: Profitabel die zukünftigen ökonomischen Katastrophen meistern


 
Die Depression einmal durchgespielt
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(TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Das kommende finanzielle Inferno: Profitabel die zukünftigen ökonomischen Katastrophen meistern (Gebundene Ausgabe) INHALT:
Panzner ist seit 25 Jahren Investmentbanker an der Wall Street und hat für viele große Banken gearbeitet. Er sieht in 4 großen Finanzbereichen den Zusammenbruch kommen:
1) beim Multi-Billionen Schuldenberg (wegen zunehmend unbezahlbarer Zinskosten)
2) beim Multi-Billionen "Kartenhaus" an Spekulativkapital (wegen zunehmend extremer Risiken bei geringen Margen)
3) bei den Staatsanleihen (wegen immer geringerer Deckung durch reale Substanz)
4) beim Rentensystem (da von Staat und Spekulativkapital abhängig)

Dieser Zusammenbruch wird voraussichtlich in 4 Phasen erfolgen:
1. Economic Malaise (wirtschaftlicher Niedergang, aktueller Zustand)
2. Systemkrise (weltweiter Finanzcrash, erwartet 2007 oder 2008)
3. Depression (eine deflationäre Phase mit Pleiten und großem Geldmangel)
4. Hyperinflation (Die FED inflationiert den Dollar und entschuldet die USA)

Bei Erscheinen des Buches Anfang 2007 (Original: "Financial Armageddon") war die Welt noch ruhig, mittlerweile ist die Weltwirtschaft schon einen weiten Weg in die Krise geschlittert. Nach Panzner (und da sind viele große Investoren seiner Meinung, u.a. George Soros) ist das erst die Spitze des Eisbergs. Noch 2008 rechnet Panzner mit einem Kollaps und in der Folge einer Depression, etwa vergleichbar mit 1929, und er spielt das Szenario konsequent und auf hohem Niveau durch. Der Überschuldung und Pleitewelle folgen Arbeitslosigkeit, Einkommensverlust, Konsum- und Umsatzausfall, weitere Pleiten und Zwangsversteigerungen, und in einer Abwärtsspirale landen zuletzt Millionen Menschen in Armut und Verzweiflung auf der Straße (der Allzeitrekord bei US-Zwangsversteigerungen und die Zeltstädte sind ja bereits existent). Die Beschaffungskriminalität aller Art wird steigen, Liquidität ist alles. Panzner geht dann davon aus, dass sich die Regierungen mit einer folgenden Hyperinflation (primär des Dollars) zu entschulden versuchen (auch diese Entwicklung ist bereits in vollem Gang, indem Bankenverluste monetisiert werden). Dadurch würden Geldvermögen vernichtet. Sein Ergebnis: Kurzfristig muss Liquidität vorgehalten werden, um in der Depression zahlungsfähig zu bleiben, und langfristig muss wegen der Inflation auf Sachwerte umgestiegen werden. Auch an die persönliche Grundversorgung und Sicherheit ist zu denken.

KRITIK:
Es ist zunächst einmal gut, dass ein weiterer Experte auf die desolate Finanzlage hinweist und die Abläufe aufzeigt. Obwohl sein Zeithorizont so kurz ist, ist der Jahrhundertcrash bereits in aller Munde. Das Bankensystem verschleppt seine Billionenverluste von Monat zu Monat (laut aktueller Financial Times sind allein 5 Billionen nach dem bewährten ENRON-Prinzip aus den Bankenbilanzen in Scheinfirmen ausgelagert. In Zeiten wie heute ist wohl wirklich alles legal). Im Vergleich zu anderen Crash-Autoren, die meist die Ursachen aufzeigen, erzählt Panzner den Verlauf der Krise und die konkreten finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen über mehrere Jahre. Die von ihm beschriebenen Zustände sind durchaus realistisch, auch wenn er bei seinen Beschreibungen viele Symptome (Geldmangel, Hunger, Verunsicherung) ständig wiederholt. Er macht damit zumindest auch klar, dass die aussichtslosen Zustände lange anhalten werden, über Jahre, und die Dauer zusätzlich zermürbend sein wird. In einem riesigen Herdentrieb werden die Massen die Entwicklungen nicht verstehen und immer nur reagieren, der Leser kann mit diesem Buch dagegen versuchen, bereits vorher zu agieren. Der Zeitfaktor ist sehr wichtig.

Was die reine Crash-Warnung und die Vorbereitung angeht, so finde ich, dass einige deutsche Autoren schon bessere Bücher geschrieben haben. Auch bei der Ursachenanalyse bleibt er noch zu oberflächlich. Panzners 4 Blasen sind letztlich alle Symptome des gleichen Problems: Ungedeckte Währungen ("Fiatmoney"), die exponentiell ins Unendliche wachsen - noch jede Papierwährung der Menschheitsgeschichte ist kollabiert, aber darauf geht Panzner nicht ein (dazu gut Deutsch, "Das Silberkomplott", zum dubiosen Zentralbankensystem, und Prof. Senf, "Der Nebel um das Geld", zur Problematik des Zinseszins). Doch unabhängig von den Ursachen werden die Folgen, wenn die Blasen einmal platzen, die Jahre nach 1929 noch übertreffen. Moderne Sicherheitssysteme und Computergeld haben ein neues 1929 zwar bislang verhindern können, aber die Ursachen nicht beseitigt. Sie haben laut Panzner eine Scheinsicherheit geschaffen und so auch dafür gesorgt, dass die Situation heute um ein Vielfaches schärfer ist als je zuvor. Durch das hohe Handelsbilanzdefizit werden besonders die Amerikaner radikal aus ihrem Konsumleben gerissen werden, wenn der Dollar abwertet und Importe ausfallen. Die Tage des Dollar dürften dann gezählt sein (und wohl auch des primär $-gedeckten Euro, aber das ist kein Thema in diesem Buch). Überhaupt ist das ganze Buch auf die USA ausgerichtet, doch die Abläufe - etwa Rassen- und Religionskämpfe - sind in ähnlicher Form auch in Deutschland denkbar. Panzner schließt das Buch recht abrupt auf der Spitze der Hyperinflation ab, was dann kommt, lässt er offen. Vielleicht einfach der neue Amero - natürlich wieder auf Zinsbasis.

Als weitere Bücher zur Crash-Vorbereitung empfehle ich:
* Jürgen Müller, "Generation Gold" (Inflationswarnung, Anlage in Gold und Silber)
* Max Otte, "Der Crash kommt" (Crash-Warnung, weitere Vermögensanlagen)
* Gerhard Spannbauer, "Gold und Silber kann man nicht essen" (Krisenvorsorge, Vorräte)

Und als steten Wegbegleiter durch die Krise: Walter Eichelburgs Seite "Hartgeld.com". Der Mann ist Gold wert.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 25. Mai 2008
Kundenrezensionen:
2. Die Depression einmal durchgespielt (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Für den Einstieg zum Thema, geschrieben vom Amerikaner für Amerikaner
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