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| Der Grosse Crash 1929: Ursachen, Verlauf, Folgen. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Max Otte
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Warum historische Betrachtungen unerlässlich sind
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Dass ökonomische Erkenntnisse keine uneingeschränkte Gültigkeit besaßen und auch heute nicht besitzen, zeigen uns sowohl die Geschichte als auch die Gegenwart. Die großen Ökonomen zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren der festen Überzeugung, unendliches Wachstum sei möglich und einzig und allein staatliche Regulierungen könnten dieser Prosperität entgegenstehen. Die wenigen Skeptiker wurden zu Gunsten höherer Gewinnerwartungen der Lächerlichkeit preisgegeben und mundtot gemacht. Der Glaube an einen gesunden und starken Markt war fest in den Köpfen der Menschen verankert, doch dabei sorgen nicht irgendwelche toll ausgeklügelten finanzmathematischen Modelle allein für menschliche Handelsaktivitäten. Ein viel wichtigerer Entscheidungsfaktor ist Vertrauen, Angst und Gier. Dabei kommt es in der heutigen Finanzwelt erst nach und nach an, dass diese emotionalen Zustände mehr mit Psychologie als mit abstrakten mathematischen Modellen zu tun haben. Der Wirtschaftswissenschaftler Karl-Heinz Brodbeck hat mit seinem 1998 erschienen Buch "Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie" bereits gezeigt, dass die Ökonomen ihren Elfenbeinturm verlassen und umdenken müssen. Dabei formuliert Galbraith seine Kritik nicht so fundamental und direkt wie Brodbeck. Viel mehr sieht er sich als Berichterstatter jener Zeit und lässt dem Leser die Möglichkeit offen, aus den geschilderten Fakten eigene Schlüsse zu ziehen. Er zeigt, dass auch zu jener Zeit die wirtschaftwissenschaftlichen Modelle weder in der Lage waren, die Krise vorherzusehen, noch es geschafft haben, die Depression zu mildern. Dabei verzichtet der Autor auf eine technische Analyse zu Gunsten einer Ursachen - Verlauf - Folgen Darstellung, was der Brauchbarkeit und dem Informationsgehalt der behandelten Problematik sehr entgegen kommt.
Heute, im Jahr 2009, befindet sich die Weltwirtschaft in einer Krise. Es lohnt sich daher auf der Suche nach Vergleichbarem, ein Blick in die Historie zu werfen. John Kenneth Galbraith (ehemaliger Wirtschaftswissenschaftler an der Harvard Universität) versteht es, diese Thematik unterhaltsam, teilweise ironisch und interessant zu transportieren. Auch wenn es, allein schon aus gesellschafts-historischen Gründen, nicht möglich ist, die heutige Krise mit jener von vor knapp 80 Jahren direkt zu vergleichen, so finden sich dennoch erhebliche Parallelen, was zeigt, wie wenig die Menschen doch aus ihrer Geschichte lernen. Solange die Erfahrung des Crashs noch im Wissen der Menschen verankert ist, so lange wird es keine neue Krise geben, doch gerät dieses Wissen mehr und mehr in Vergessenheit. Der Autor zeigt mögliche Ursachen für das Zustandekommen der Krise von 1929. Als Beispiel sei hier die große Kluft bei der Vermögensverteilung zwischen arm und reich genannt, um eine Verbindung zur aktuellen Entwicklung aufzuzeigen. Durch diese Kluft war die Wirtschaft sowohl auf hohe Investitionen als auch auf einen hohen Verbrauch von Luxusgütern angewiesen. Ist das große Vermögen auf wenigen Menschen zentriert, haben diese beiden Konsumarten einen viel größeren Einfluss auf die Wirtschaft, als dies bei den weniger reichen Menschen mit ihrem geringen Konsum der Fall ist. Doch gerade diese Konsumfreude der Reichen ist besonders anfällig für negative Nachrichten an der Börse, was leicht einen circulus virtuosus - einen Teufelskreis - nach sich zieht. Dennoch, so Galbraith, sei die heutige Wirtschaft bessere gegen solche Crashs gewappnet. Viele, wenn auch nicht alle Sicherungssysteme würden eine gute Arbeit verrichten. Und so schreibt Galbraith, dass der Kapitalismus viele Widersprüche in sich aufweist, doch die "Sozialreform mit den verbesserten Strukturen dieses System in Einklang [bringt]". Denn sowohl im Kommunismus als auch im Kapitalismus liegt das Problem, dass finanzielle Potenz und politischer Weitblick negativ miteinander korrelieren. Dies ist der Grund, "warum viele Menschen behaupten, die Dinge seien völlig in Ordnung, obwohl sie genau wissen, dass sie es nicht sind."
Eine Rezension von C. Mayer >
vom 9. Februar 2009 | | |
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| Siehe auch folgende Artikel: |
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|  | | Ursachen und Verlauf der Weltwirtschaftskrise 19... Die Ökonomie des unschuldigen Betrugs:... Der Crash kommt: Die neue Weltwirtschaftskrise und w... Manien, Paniken, Crashs. Die Geschich... Sturm an der Börse: Die Panik von 1907 Die neue Weltwirtschaftskrise
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