Der Grosse Crash 1929: Ursachen, Verlauf, Folgen. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Max Otte


 
Blaupause für den Crash der Gegenwart
• • • • •   (bewertet mit 5 von 5 Punkten)

Inmitten des Super-Crashs der Gegenwart ist es sicherlich angebracht, den Klassiker von Galbraith in Ruhe zu studieren.

Der Kern:
sobald ein Crash vorüber ist, geht es weiter wie davor. Kein Zurückschauen. Nichts gelernt. Keine Veränderung.

Die Lehren aus dem Crash des Jahres 1929 und die Depression danach, das sagte Galbraith, waren vergessen, sobald der erste Aufschwung wieder gegeben war. Und so wird es auch diesmal sein. Darauf spekulieren die Banken. Dabei wäre es gerade für die Banken wesentlich leichter unter einem stabilen Geldsystem zu operieren.

Anyway:
Galbraith zelebriert die Psychologie des großen Crash - und die Ignoranz die in ihm Hochkonjunktur hatte und bis heute noch hat.

Weil Galbraith nicht an den Zahlenwerk-Produktionen und den Formel-Verliebtheiten der reinen Ökonomen teilnahm, sah die arrivierte Professorenschaft schon immer mild lächelnd auf den Altmeister der großen Argumente herab.

Dass er eher Romane schreibt, als ausgetrocknete Wissenschafts-Wälzer tat das übrige hinzu.

Doch Galbraith zeigt wichtige Punkte messerscharf auf:
die gegenwärtige Kritik an der Federal Reserve und die Kritik an der Federal Reserve von damals rücken in ein klareres Licht, wenn man dieses Buch liest.
In beiden Szenarien konnte und kann die Fed herzlich wenig tun, denn zum einen sind ihr die Zähne gezogen - weil sie die Steuerung der Geldmenge nicht wirklich kontrollieren kann und zum anderen wird sie mißbraucht - weil sie den Banken gutes Steuergeld hinter schlechten Schulden - auf politischen Befehl hin, nachwerfen muss.

Auch das Gerücht, dass Spekulanten das Problem des Crash verursacht haben, wird aufgelöst. Und auch dies ist eine Parallele zur Gegenwart. Das Problem lag und liegt im Geldsystem und in den Banken.

Das Buch ist absolut empfehlenswert und gerade heute wieder hochaktuell.

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