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Typisch Chomsky: Kenntnisreich und detailliert aber ohne Struktur
• • • • • (bewertet mit 3 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Der gescheiterte Staat (Gebundene Ausgabe) Wie schon in so vielen Veroeffentlichungen von Chomsky zuvor (und auch danach), so ist auch diese einerseits sehr lesenswert, da ueberaus kenntnisreich und detailliert, andererseits streckenweise richtig nervig, da voellig ohne Struktur im Aufbau. Es erscheint so als habe Chomsky das Buch als Fliesstext ohne jede Kapiteleinteilung und Struktur vererfasst, und erst nachtraeglich wurden die Kapitel eingefuegt (vmtl. von den Lektoren) - mehr oder weniger willkuerlich.
In "Failed States" passen weder der Buchtitel, noch die Ueberschriften zum Text. Chomsky zitiert wieder eine Unmenge von Quellen (wie kann er nur diese Fuelle an Daten bewaeltigen?) um seine Aussagen zu belegen und bewegt sich deshalb durchaus auf solidem Grund; die fehlende Struktur erschwert das Lesen nur ungemein. Immer und immer wieder werden die selben Themen diskutiert, mit sich aendernder Perspektive oder anderen Quellenangaben - aber letztlich immer das selbe und in quasi jedem Kapitel. Und das strengt auf Dauer sehr an, obwohl ich das Buch im Urlaub am Strand gelesen habe - passenderweise in einem wirklichen Failed State und "USA Opfer": Kambodscha.
Die Ausgangsthese, die USA zeigten Charakteristika von Failed States, wird sehr duenn (um ehrlich zu sein voellig ungenuegend) am Anfang dargelegt (vmtl. auch erst nachtraeglich) und dann sehr muehsam im Laufe des Buches "belegt". Letztlich spielt sie jedoch keine Rolle, denn es geht wie immer darum nachzuweisen, wie die USA ihre militaerische, oekonomische und administrative Macht regelmaessig und schon seit den Gruenderjahren, fuer ausschliesslich "egoistische" Ziele missbrauchen, und gleichzeitig alle Register der Manipulation und Desinformation etc. ziehen, um dies zu verschleiern und die (Welt-)Oeffentlichkeit hinters Licht zu fuehren. Prominentestes Beispiel der aktuelle Irakkrieg, oder die Kontroversen mit Venezuela und Iran, oder auch historische Beispiele aus Lateinamerika.
Alles in allem, wie alle Chomsky Veroeffentlichungen, so ist auch "Failed States" sehr informativ und hochaktuell, wenn auch eines seiner schwaecheren Buecher. Aber Chomsky verlangt von seinen Lesern auch hier wieder einmal so viel Geduld und Nachsicht mit seinem Schreibstil, dass diesmal 3 Sterne reichen muessen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 29. März 2009 | | |
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